Wie in der aktuellen Ausgabe der CAR&HIFI angekündigt, hier die ganze, ungeschönte Wahrheit über den Car HiFi Virus, der Manuela Künz befallen hat. Lest alles über den Verlauf ihrer Krankheit und informiert Euch über die Nebenwirkungen (zwanghaftes Holzkistensammeln und rote Zahlen auf dem Konto).

Im Winter 2006 sahen wir IHN zum ersten Mal – unseren Traumwagen. Ausgestellt auf einem Podest in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens. Damals beschlossen wir, so einer soll es mal werden, wenn es denn irgendwann einmal “passt”! Ich heiße Manuela Künz, habe eine sechsjährige Tochter, wohne mit meinem Ehemann Jens in der Nähe von Frankfurt am Main und ich habe ein Problem: DIE AYA! Ja, richtig – die AYA und ihre Klangwettbewerbe und der damit verknüpfte Wunsch, das eigene Fahrzeug immer besser und besser klingen zu lassen! Inkubationszeit ultra-kurz, Heilung nicht absehbar und ein Krankheitsverlauf wie folgt: Als es Anfang 2008 durch eine Sonderedition zum Facelift für uns “passte”, entschieden wir uns spontan, unsere E-Klasse in das Familien-Schiff R-Klasse einzutauschen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich einen MiniCooperS-JCW und vom CarHifi-Virus gab´s noch keine Spur! Vorbelastet war eigentlich nur mein Mann, der aber auch seit mehreren Jahren “trocken” war und brav mit Werks-Hifi-Anlagen durch die Gegend fuhr. Da wir mit unserem Familien-R ein grosses Auto mit Kofferraum hatten, beschlossen wir, aus einer Laune heraus, den für Einkäufe eh viel zu kleinen Kofferraum für das Thema CarHifi zu “opfern”. Der Mini war sowieso hart und schnell, ein Spass-Auto eben – jetzt sollte er auch hifi-technisch “laut” werden. Nach kurzer Suche fanden wir auch schnell einen qualifizierten Fachhändler, der dem Mini einen Kofferraum- Ausbau mit zwei 25er Alpine-Woofern implantierte. Angefixt!

Unsere R-Klasse überzeugte zu dieser Zeit als das für uns perfekte Reise- & Familien-Mobil. Das Serien- CD-Radio wurde von Jens gegen das Comand Navigationssystem ausgetauscht und für unsere Tochter Chiara installierte er, basierend auf dem originalen Rear-Entertainment-System, einen 9″-Monitor. Als Quelle dient ein Alpine KCE425-IPod-Video-Interface, welches über einen MultiMedia-Adapter von NavLinkz an das Comand angebunden ist und über dieses auch gesteuert werden kann. Das Video-Signal kann parallel auf dem Comand und dem hinteren Bildschirm dargestellt werden. Die Tonausgabe erfolgt optional über IR-Kopfhörer. Somit können wir vorne navigieren, Radio, CD oder IPod über das originale Mercedes-Interface hören und per Bluetooth telefonieren, während unsere Tochter hinten bei längeren Fahrten von Bibi Blocksberg unterhalten wird. Als dann nach 3 Jahren der Leasing-Vertrag meines Mini auslief, schlug mein Mann vor, dass ich das Familien-Auto täglich fahren sollte und wir für seinen Arbeitsweg ein verbrauchsgünstigeres Auto suchen würden. Um mir die Umgewöhnung vom kleinen Flitzer zum “Dickschiff” leichter zu machen, einigten wir uns auf ein paar kleine Modifikationen am “R”: Sportlicher sollte er werden und auf CarHifi wollte ich auch nicht verzichten. Der erste Step war das optische Tuning. Nach nächtelanger Suche im Internet hatten wir sie endlich gefunden, die optimalen Felgen von Brabus in 22″ mit 295er-Bereifung rundum, die nicht nur meinen optischen Ansprüchen genügten, sondern auch die technische Freigabe meines Mannes erhielten, der auf keinen Fall Blecharbeiten am Radhaus zulassen wollte. Doch mit der Montage kam die Ernüchterung. Jetzt war der “R” zwar breit aber immer noch viel zu hoch! Ein Fahrwerk musste her, doch für unser Auto konnte uns leider keiner der bekannten Hersteller eine Lösung anbieten. Die Rettung brachte ein Tip aus der H&R-Entwicklungsabteilung, wo man uns an TEV, eine kleine Tuning-Schmiede im Fichtelgebirge verwies. Neben den unzähligen kleineren und grösseren optischen Modifikationen, wie z.B. dem Umbau auf 4-Sitzer mit herausnehmbarer hinterer Mittelkonsole, rundet eine massangefertigte Edelstahl-Auspuffanlage von BBK-Exhaust unsere Tuningmassnahmen ab. Parallel dazu fingen wir an, die CarHifi-Händler im Rhein-Main-Gebiet abzuklappern. Den Klang des Werkssystems empfanden wir als “ganz annehmbar”, also lautete die Aufgabenstellung an die befragten Profis, anstelle der Ablagebox im Kofferraumboden einen Subwoofer und eine Endstufe zu installieren. Da unser Zweitwagen (der neue sparsame für Jens) ja auch über Ladekapazitäten verfügt und der “R” uns seit den Tuningmassnahmen viel zu schade als Lastesel war, gaben wir die Kofferraumfläche für CarHifi frei. Was wir uns im Gegenzug überhaupt nicht vorstellen konnten, auch aufgrund der hinteren Einzelsitze und des damit offenen Kofferraumes, eine aufbauende WooferKiste. Nein, der Sub sollte wie die Endstufe flach im Boden eingebaut sein und nach oben spielen. Damit musste es, durch unsere gestalterischen Vorgaben, ein Flachwoofer werden. Schnell fiel meine Wahl auf den extrem ansehenlichen JL-Audio 13TW5, angetrieben durch einen Eton-Mono-Block aus der EC-Serie. Und weil ein Woofer so allein in dem grossen Kofferraum aussah, wurde ein zweiter dazu geordert. Und weil eine Endstufe so unsymmetrisch aussah, bekam auch sie eine gleich große 4-Kanal zur Seite gestellt. Da wir auf keinen Fall auf die überragende Bedienbarkeit des Comand-Systems verzichten wollten, wurden die Etons über Helix AAC-HighLow-Adapter ans Werkssystem angebunden. Das Ergebnis war leider eine Enttäuschung. Optisch zwar unseren Vorstellungen entsprechend, harmonierten die überdimensionierten Woofer überhaupt nicht mit den schwächlichen OEM-Lautsprechern! Also wurde das Auto erst gar nicht mit nach Hause genommen und gleich vor Ort der Folgeauftrag an den Händler vergeben: Statt beide Türen (vorne und hinten) mit höherwertigen Speakern zu versehen, entschieden wir, das Geld lieber in ein Eton-Adventure-A1 zu investieren, die hinteren Türen stillzulegen und das Frontsystem mittels der 4Kanal-Endstufe aktiv zu fahren. Leider wurde das Ergebnis damit noch schlechter. Zwar konnte es das Frontsystem jetzt vom Pegel her ohne Verzerrungen mit den Woofern aufnehmen, jedoch “klebte” der Sound am Hochtöner und die Bühne befand sich gefühlte fünf Meter unter dem Fahrzeug. Ein Prozessor musste her und damit ein neuer Fachhändler, der sich mit diesen “Zauberdingern” auskannte! Unsere Internet-Recherche, brachte uns über “Klangfuzzis” auf die Internetseite eines merkwürdigen Typen, der sich selbst “Mr.Woofa” nannte und dort den Audison Bit One getestet hatte. Als Fachhändler mit Erfahrung und gutem Ruf machten wir die nahegelegene CarHifiZone in Mainz aus, wo wir dann auch am nächsten Tag mit unserem “R” vorstellig wurden und den Bit One nebst Einbau und Einmessen orderten.

Und da genau passierte es: Der Todesstoss für unser Bankkonto in Form eines kleinen Flyers, für ein AYA Event, welches demnächst bei besagtem Händler stattfinden würde! Soso, “Are you authentic”! Ein leichter Einstieg in das Thema ohne meterlange Regelwerke und Auflagen!? Ganz ungezwungen und fast familiär!? Gestärkt durch das tolle klangliche Ergebnis, welches die CarHifiZone mit Hilfe des Prozessors in unser Auto zauberte, füllte ich meine erste Anmeldung für die OEM-Klasse aus. Tja, und dann war es soweit – “Wir sind die AYA – Widerstand ist zwecklos…” Nein, so war´s natürlich nicht! Ich hatte das Glück, dass mein Sound-Juror darauf bestand, dass ich mich während des Judgens auf den Beifahrersitz setze. Und zu meiner Verwunderung konnte ich sogar nachvollziehen, was mir dieser Mensch da erklärte und warum es jetzt nur so wenig Punkte gab! Damit stand für mich fest, was wir da hatten, war zwar ganz O.K., aber die Kiste musste besser werden/klingen! Also, neuer Auftrag an die CarHifiZone: Einbau des Frontsystems verbessern, Türen besser dämmen und die Eton-Endstufen gegen zwei Rockford-Fosgate aus der Power-Serie tauschen! Rückblickend hätte es zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch eine kleine Chance auf Heilung von der CarHifi- AYA-Sucht gegeben, die aber im Keim beim nächsten Event erstickt wurde! AYA bei Audiotec Fischer mit Besichtigung der “geheimen BRAX-Laboratorien”. Tolle Sachen und alles so hübsch verpackt in den Holzschachteln! „Wer so super Events veranstaltet, muss belohnt werden“ dachte ich mir, wurde Mitglied bei der AYA und fasste den Entschluss, unseren “R” nach-und-nach auf Brax-Produkte umzurüsten. Mein Lohn waren steigende Punktzahlen in den Bewertungen von Event zu Event und vor allem die Tatsache, bei diesen Veranstaltungen wirklich nette, gleichgesinnte Menschen kennenzulernen, bei denen man sich auf ein Wiedersehen freut. Der nächste große Umbau erfolgte zum AYA-Finale, bei dem ich mich für die OEM-Klasse qualifiziert hatte. Das Eton-Adventure musste dem Brax 1.1 Hochtöner und dem 6.1PP TMT weichen. Damit verbunden war die komplette Neu-Dämmung der Türen. Während das Eton-System noch in den originalen Einbauplätzen spielen musste, wurden die 6.1PP nach vorne gezogen und in einlaminierten Metallringen auf die Türverkleidung aufgesetzt. Für die Brax-Hochtöner fertigte die CarHifiZone ebenfalls auf den Hörer ausgerichtete Aufnahmen im Spiegeldreieck an. Die nachfolgende Einmessung und Optimierung am Audison Bit One durch den Fachhändler bescherten mir den AYA-Vizemeister-Titel 2010 in der OEM-Klasse. “Nach dem Finale, ist vor dem Finale” heißt es und so machten wir uns in den Herbst-/Wintermonaten daran, zu recherchieren, wie wir die Anlage in unserem Auto weiter verbessern konnten. Ein ganz klares Problem waren die Woofer. Die JL´s waren in ein viel zu kleines Gehäuse gepfercht, aber da wir aus den o.a. optischen Gründen nicht mehr Platz haben, machten wir uns auf die Suche nach Sub´s, die etwa mit je zwanzig Litern auskommen und keine zu extreme Einbautiefe haben. Neben ein paar wenigen anderen Subwoofern kam auch der Brax 10.1 in Frage und da ich ja in Schmallenberg beschlossen hatte, Brax- Holzkisten zu sammeln, war die Entscheidung für zwei 10.1 recht schnell gefällt. Neue Woofer bedeuteten aber auch eine neue Kofferraumkonstruktion, um den letzten halben Liter noch herauszuholen und damit auch zu diesem Zeitpunkt die Frage, ob wir bei den Rockford-Verstärkern blieben, oder in einem finanziellen Kraftakt auch auf Brax-Matrix Endstufen umsteigen würden. Ja, richtig: 4 neue Holzkisten im Keller sind besser als 2 – womit wir uns wieder zu Brax nach Schmallenberg begeben haben und nach einer kleinen Führung durch Heinz Fischer,mit kurzem Einblick in die Entwicklung des neuen MX-Verstärker, unsere Brax Matrix X2, X4 und die beiden 10.1 ab Werk in Empfang nehmen durften.

Bei unserer Suche nach einem Einbau-Profi mit neuen Ideen für das Heckabteil unserer R-Klasse wurden wir in Solms bei Car-Systems fündig. Daniel “Goldkante” Gradert beseitigte Altlasten aus der Erst- Installation und baute die Woofer-Konstruktion komplett neu auf. Die beiden 10.1 wanderten aus der Fahrzeugmitte nach hinten und spielen nun in zwei getrennten, geschlossenen Gehäusen, mit jeweils 22 Litern. Der BitOne wanderte in das linke Seitenteil und wird von einem stabilen Holzrahmen gehalten. Das Bedienteil des Prozessors wurde in eines der Ablagefächer der Mittelkonsole verlegt. Verkabelt wurde mit AIV Black Moon Chinch-Leitungen. Sämtliche Kabel liegen geschützt in Gewebeschlauch. Die Endstufen und Subwoofer sind geschützt durch 5mm starkes, beleuchtetes und gelasertes Plexiglas. Die Abwärme der Endstufen wird durch einen Silent-Lüfter und unterstützt durch den Kamineffekt (die Abdeckplatte liegt nicht press auf) abtransportiert. Um klangliche Einbußen der OEM-Headunit und die High-/Low-Adaptierung zu vermeiden haben wir uns für einen Alpine-DVD-Player entschieden, der in der Mittelkonsole verbaut wurde und am zweiten Eingang des NavLinkz-MultiMediaInterface angebunden ist. Dieser kann vollständig über das OEM-Navi gesteuert werden, ist aber zusätzlich per LWL-Toslink, digital an den Audison Bit One angebunden. Bei dieser digitalen Zuspielung erfolgt die Lautstärkeregelung am Bedienteil des Prozessors. Zusätzlich bietet sich hiermit die Möglichkeit auch DVD´s für Chiara abzuspielen. Besonders hat uns gefreut, in “Goldi” einen Einbau-Partner gefunden zu haben, der unsere Vorstellungen berücksichtigt und in einer Qualität umsetzt, die wir uns vorstellen und erwarten, aber selbst mit dem eigenen Können nicht in die Tat umsetzen können. Zum Schluss möchte ich noch an alle da draußen eine Warnung aussprechen: Wenn Ihr noch nicht infiziert seid, meidet AYA-Events – da Ihr aber bereits hier im Internet seid und bis hier hin gelesen habt, ist es sowieso zu spät für Euch – Ihr seid bereits mit dem CarHifiVirus infiziert – Also, wir sehen uns bei der nächsten AYA-Veranstaltung!

Manuela Künz/Ruth Wallhoff-Randerath